Wenn ein Hörgerät nicht helfen kann

Mittlerweile sind die Technik und die Medizin so weit fortgeschritten, dass sogar fast taube Menschen wieder eine Chance auf besseres Hören haben: Ein Cochlea-Implantat (kurz: CI) ist eine elektronische Hörprothese, die zum Einsatz kommt, wenn herkömmliche Hörgeräte nicht mehr helfen. Besonders gehörlos geborene Kinder sollten frühzeitig mit einem CI versorgt werden, damit sie Sprache und Hörfähigkeit erlernen können.

Der Weg zum Cochlea-Implantat

1. Diagnose und Überweisung

Meist diagnostiziert der HNO-Arzt oder ein Hörgeräteakustiker die Notwendigkeit eines CI und überweist den Patienten an ein spezialisiertes CI-Zentrum.

2. Beratung

Dort wird ermittelt, ob der Patient für ein CI in Frage kommt. Ist dies der Fall, wird er über die Operation, die Funktionsweise des CI sowie die Rehabilitation informiert.

3. Operation

In einer HNO-Klinik implantiert der Chirurg die innere Komponente des CI und führt die Elektrode in die Hörschnecke. Die Operation dauert etwa zwei bis vier Stunden.

4. Anpassung und Rehabilitation

Die erste Aktivierung und Anpassung des Systems durch den CI-Hörgeräteakustiker erfolgt zwei bis vier Wochen nach der Operation. 

Dann beginnt die postoperative Rehabilitation: Bei erwachsenen Patienten wird der Sprachprozessor je nach Hörfähigkeit individuell eingestellt. Im Anschluss folgt ein umfassendes Hör- und Sprachtraining über mehrere Monate. Die Rehabilitation bei Kindern erstreckt sich meist über mehrere Monate oder Jahre. Im Laufe dieser Zeit erlernen die Kinder durch intensive Betreuung das Hör- und Sprachvermögen.