Die Geschichte des Hörgeräts

Hörschwächen und Tinnitus wurden schon sehr früh beschrieben. Die Versuche, diese verschiedenen Hörminderungen zu behandeln, waren zahlreich und kreativ.

Bereits um 100 n. Chr. soll der römische Arzt Archigenes dem Kaiser Hadrian eine klingende Röhre als Hörhilfe empfohlen haben.

Im 19. Jahrhundert wurde dann im grossen Stil geforscht. Immer neue «Hörmaschinen» wurden erfunden und aus verschiedensten Materialien und Formen hergestellt.

1875 baute die Firma Hawsley das wahrscheinlich erste individuelle Hörgerät. Dieses Gerät hatte einen verschiebbaren Kolben, der verschiedene Verstärkungen ermöglichte. Die gleiche Firma stellte den «Bilateral Circular Receptor» her, um damit ein «omnidirektionales» Hören zu ermöglichten.

Ebenfalls 1875 kam das Knochenleitungs-Hörgerät «Dentaphone» auf den Markt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden verschiedenste Hörröhre-Hördosen und binaurale Geräte angeboten, die sich in Form und Anwendung wenig voneinander unterschieden.

Ab 1902 bis 1929 gingen Massagegeräte zur Stimulierung des Trommelfells zur «Heilung» von Schwerhörigkeit in den Verkauf. Unter anderen auch das «Audito» mit einer Handkurbel, das immerhin eine Auflage von 200'000 erreichte.

In den 1950er-Jahren gelang es, die Elektronik so weit zu miniaturisiren, dass die Hörgeräte auf Westentaschenformat schrumpften.

Die Hörgeräte, wie man sie heute kennt, wurden in den 1960er-Jahren entwickelt. Zu dieser Zeit entstand das erste Im-Ohr-Hörgerät.

Heute entwickeln sich mit dem technischen Fortschritt die Hörgeräte immer schneller weiter. Sie werden kleiner und leistungsfähiger und sind volldigitalisiert. Zubehör und Smartphones vereinfachen die Bedienung und erweitern die Zusatzfunktionalität.